Ich habe die Schachforschung dermaßen betrieben, daß sie auf eine wissenschaftliche Basis gestellt wurde.
[Mikhail Botwinnik]

Studie L: Weiß zieht und gewinnt

Short, Nigel vs Timman, Jan [1991, Tilburg, NL]

FEN: 2r2rk1/1bpR1p2/1pq1pQp1/p3P2p/P1PR3P/5N2/2P2PPK/8 w - - 0 32

Schwarz ist hier mehr
als nur in Bedrängnis,
und das, obwohl er die
Diagonale a8-h1 be -
herrscht und sogar mit
Matt droht, sollte der
weiße Springer unbe -
dacht wegziehen.

Dennoch macht ihm hier
Weiß am Zug mit einem
verblüffend einfachen
Zug den Garaus.


Lösung:

Kh2-g3!

Man sollte glauben, daß
ein König es nicht wa -
gen kann, so über das
Brett zu wandern, so -
lange noch so schwere
Figuren auf dem Brett
sind, aber Schwarz kann
hier absolut nichts
sinnvolles gegen die
Mattdrohung des weißen
Königs unternehmen.

Df6-f4 läßt Weiß auch
in einer vermutlich be-
reits gewonnen Stellung
zurück, ist aber nicht
so stark wie der
Textzug.


Timman zog auf Kh2-g3 dann Tc8-e8 ... Mit Dc6xd7 hätte er vielleicht sein "Leiden" verlängern können, aber ein Remis war hier nicht mehr drin. Es folgten noch Kg3-f4, Lb7-c8 und Kf4-g5 bevor Timman aufgab.

In dieser Stellung gab
Timman dann auf - es
wäre nach Dc6xf3 oder
Kg8-h7 in beiden Fällen
auch ein Matt in 6 Zügen...